Instandsetzen alter Lehmhäuser

Viele alte Gebäude sind Fach-werkhäuser, die mit traditionel-len Lehmbautechniken ausge-facht wurden.

Bei der Instandsetzung der Ge-fache ist es wichtig, das Gefüge aus Holz und Lehm, das schon jahrhunderte lang bestanden hat, wieder herzustellen.

Dies kann mit alten Techniken oder mit modernen Lehm-baustoffe geschehen.

 

 

 

 

 

Wellerbau

Der Lehm wird beim Wellerbau in 80–90 cm hohen Schichten, den so genannten Sätzen, aufgebracht und mit den Füßen oder einem Stampfer verdichtet. Nach dem Trocknen wird die Wand mit einem dreieckig geformten Spaten in die gewünschte Form gebracht.              

 

 

 

Stampflehm

Der Lehm wird erdfeucht in 10–15 cm dicken Schichten in eine Schalung eingebracht und dann verdichtet. Durch die hohe körperliche Anstrengung beim Verdichten wird der traditionelle  Stampflehmbau nur noch in Entwicklungsländern ausgeführt. In unseren Breiten wird diese Technik überwiegend aus gestalterischen Gründen angewandt.

 

 

Vorsatzschale

Um diese alten Häuser bauphysikalisch zu verbessern, kann man eine Vorsatzschale aus einer Leichtlehmschüttung herstellen. Diese hat den Vorteil, dass sie nicht nur die wärmetechnischen Eigenschaften der Wand verbessert, sonder auch gleichzeitig krumme Wänden ausgleicht.   

 

 

 

Lehmbewurftechnik

Bei dieser Technik werden in die Gefache der Wand so genannte Staken (senkrecht stehende Hölzer) eingebaut, die mit dünnen Weidenruten umflochten werden. Die Konstruktion wird mit Lehm beworfen, bis die gewünschte Stärke erreicht ist. Da dieses Verfahren sehr arbeitsintensiv ist, gibt es Versuche, den Lehm mit modernen Putzmaschinen aufzutragen.

 

 

Wickelstaken

Bei dieser Technik werden aus Langstroh, Lehmschlämme und einem Stakholz Lehmwickel hergestellt. Diese kann man in den Gefachen übereinander stapeln und mit einer Putzschicht überziehen. Diese Bauart eignet sich  besonders für  den Holzständerbau, da sie weniger arbeitsaufwändig ist als der Lehmbewurf. 

 

   

Neubau von Lehmhäuser

Lehmhäuser müssen nicht unbedingt wie afrikanische Kuppelbauten oder europäische Fachwerkhäuser aussehen.

Der Optik von Lehmhäusern sind fast keine Grenzen gesetzt. Durch Verwendung von industriell aufbereiteten Lehmen ist eine gleich bleibende Qualität und Kostenoptimierung gesichert, ohne auf die Vorteile, des Lehms verzichten zu müssen.

 

 

 

 

 

Zweischaliges Fachwerk mit Korkleichtlehmsteinen

(siehe Referenz BV. Ludwig, Frankreich)

 

Der Wandaufbau besteht aus einem, mit Korkleichtlehmsteinen ausgefachtem, Fachwerk. Innenseitig wird eine Schicht Hanfdämmung angebracht, der nochmals eine Lage Korkleichtlehmsteine vorgesetzt wird.Von innen wird die Aussenwand mit einem Lehmputz versehen, von aussen erhält Sie einen Kalkputz.